Das Wortkarussell
 

© für den Buchwussel-Gif

 Wolfgang Stoesser



Ein schöner Ort



Zufallsspruch:
Wer immer Recht behalten will, den überhört man.

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Lyrikecke - Lyrik-Linkliste


Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Kinder

Eine Halloweengeschichte



Die Mutprobe

Eigentlich begann alles mit einer harmlosen Wette.
Wie gefährlich so etwas sein kann,  hätten sich Kathrin und Paul nie träumen lassen.
Es war an einem jener heißen Sommertage. Die Dorfkinder saßen in der Schule und warteten auf das Signal für „Hitzefrei“. Unruhig rutschten sie auf ihren Stühlen hin und her als
plötzlich ein großes Auto auf den Schulhof einbog.
Nun hielt die Kinder nichts mehr auf ihren Stühlen. Sie kämpften um den besten Fensterplatz,
um zu schauen, was nun passieren würde.
Ein elegant gekleideter Mann öffnet die hintere Wagentür um einen kleinen Jungen aussteigen zu lassen.
„Ist das aber ein feiner Pinkel“; Flüsterten die Kinder, und stellten dabei fest, dass dieser Junge einen richtigen Anzug trug. „Na der wird doch wohl nicht“. Bevor Kathrin ihre Befürchtung aussprechen konnte, klopfte es an die Klassentür. Der Lehrer schien nicht überrascht zu sein als er die Tür öffnete und die Beiden hereinbat.
„Kinder das ist euer neuer Klassenkamerad Nikolas“, stellte er den Neuankömmling vor.
Dieser schaute schüchtern,  fast ein wenig ängstlich auf die Kinder, welche ihn anstarrten.
Kathrin die ihre Schulbank mit Paul teilte flüsterte: „Der passt nicht zu uns, er ist ja sooo vornehm. Da schrillte die gute, alte Schulglocke. Die Kinder vergaßen den Neuen, um ja nicht zu spät zu ihrer Verabredung am Baggersee zu kommen.
Nikolas hatte es nicht leicht unter den Dorfkindern. Während diese in kurzen Hosen und einem einfachen T-Shirt zu Schule gehen durften, musste er von Hause aus immer korrekt im Anzug die Schule besuchen. Keiner wollte auch nur eine seiner zahlreichen Einladungen in sein großes, schönes Zuhause annehmen.
Die Dorfbewohner tuschelten, wenn sie an dem großen prächtigen Haus vorbeigingen.
Keiner ahnte wie traurig der arme Nikolas war. Man hatte ihn noch niemals lachen sehn
Und wenn er durchs Dorf ging, dann war immer dieser elegante Herr bei ihm.
Kathrin  konnte ihre Neugier nicht länger zügeln.
Es war nach einem anstrengenden Schultag als sie beschloss, Nikolas auf dem Nachhauseweg
einfach  anzusprechen. Er zuckte zusammen als sie seinen Namen rief. „He du, darf ich dich heute nach den Schularbeiten einmal besuchen“, fragte sie.
Überrascht schaute er sie an und fing zaghaft an zu lächeln. „Aber sicher doch, ich würde mich riesig freuen“, war seine Antwort.
So kam es, dass Kathrin am späten Nachmittag erwartungsvoll an der Tür des prächtigen Hauses klingelte. Ein Mann in schwarzem Anzug öffnete ihr die Tür und dahinter stand Nikolas, der über das ganze Gesicht strahlte.
Er führte sie durch das große Haus, und Kathrin kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. So viele Räume und so schöne Möbel hatte sie noch niemals gesehen. Sogar ein eigenes Schwimmbad gab es und hinter dem Haus auf einer kleinen Wiese graste ein richtiges Pony.
Nikolas plapperte aufgeregt
Kathrin erfuhr an diesem Nachmittag Dinge, die ihr so fremd waren und sie begriff, wie schlimm es sein kann, wenn man zwar reich ist aber keine Eltern hat die sich um einem kümmern.
Das war alles im Grunde genommen sehr traurig.
Sie trennte sich von Nikolas mit der festen Absicht mal ernsthaft mit ihren Schulkameraden zu reden.
So geschah es dann auch. Viele Mitschüler waren einsichtig nur ihr bester Freund Paul wollte sich mit seiner Gang, nicht überzeugen lassen.
„Der soll erst  einmal beweisen, dass er klug und stark ist“, tönte es Kathrin in den Ohren. Na ja und das ja bald Halloween sei und dass ohne Mutprobe gar nichts ginge na ja, wie  das eben so ist.
Wetten dass er die niemals besteht“, triumphierte Paul und alle pflichteten im bei

So kam er dann Halloween-Tag vielmehr der Halloween-Abend!

Alle Kinder hatten Kürbisköpfe ausgehöhlt und sie zogen gemeinsam zu dem alten ausgebrannten Haus oben auf dem Hügel.

„So nun beweise einmal, dass du einer von uns bist“, sagte Paul überheblich.
Und er erzählte Nikolas, dass dieses Haus seit 3 Jahren leer stand und sich kein Dorfbewohner
Traute die von Unkraut übersäte  Treppe hinauf  zu gehen.
„Da drinnen spukt es“, erzählte Paul ganz gewichtig. „Ich mache es vor, und du machst es nach“, meinte Paul.
Die Kinder riefen alle wild durcheinander wie gefährlich es sei und jeder kannte eine grausame Begebenheit die sich in diesen Mauern abgespielt haben sollte.
Paul lachte nur und schritt langsam die Treppe hinauf.
„Au weia“, riefen die Kinder als er die quietschende Tür öffnete und dahinter verschwand.
Es war so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.
Minuten vergingen, es geschah nichts. Plötzlich ein lautes Poltern und ein fürchterlicher Schrei. „Hiiiiilfe!“ Das war so schrecklich anzuhören, alle Dorfkinder rannten als würde es  ihnen ans Leben gehen.
Nur einer blieb unerschrocken mit seinem hell erleuchteten Kürbis stehen – unser Nikolas.
Er wartete nicht lange. Ohne zu überlegen rannte er die Treppe hinauf und landete unsanft auf dem Hosenboden.
Die Kerze in seinem Kürbiskopf erlosch und es war stockdunkel.
Als seine Augen sich an das unheimliche Schwarz  gewöhnt hatten sah er vor sich ein wildes Durcheinander. Hinter diesem Müll durch den er sich kämpfte, war eine Treppe die zu einem Kellerraum, wie sich herausstellte führte.
Ein komisches Stöhnen war zu hören und es polterte so laut, dass er wirklich Angst bekam.
Dort unten musste etwas passiert sein, dessen war sich Nikolas ganz sicher.
Sein Vater hatte ihm immer versichert, dass es keine Gespenster gäbe und seine Mutter hatte es ihm immer wieder bestätigt als sie noch lebte.
Es war die Traurigkeit die ihn hinderte weiter zu laufen und ohne, dass er es merkte, fing er an zu weinen. Sie, die Kinder konnten ja nicht wissen, dass seine Eltern bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen waren.  Und auch nicht, dass es sein Elternhaus war
welches er nach dem Brand nie wieder gesehen hatte.  Damals war er noch klein!
Mutig wischte er die Tränen ab und kletterte die Kellertreppe hinunter.
Unten herrschte wie oben ein richtiges Chaos. Plastiktonnen, alte Fahrräder, ein Schaukelpferd und vieles mehr lag dort wild durcheinander geworfen.
Er rief: „Paul, wo bist du?“  Ein lautes Stöhnen war die Antwort. Nikolas handelte wie im Traum. Er ging dem Stöhnen nach und stand vor einem Berg Müll und Unrat. „Hilf mir“ schluchzte es aus diesem Berg von Unrat... Nun begann Nikolas ohne nachzudenken mit den Händen zu graben. Er wußte ohne lange nachzudenken, dass Paul unter diesem Schuttberg nicht lange überleben konnte. So grub er was das Zeug hielt, während draußen, die halbe Dorfgemeinschaft mit Fackeln anrückte. Er hörte das Martinshorn der Feuerwehr und die Sirene des Krankenwagens.
Da war endlich das schwarze Gesicht von Paul zu sehen. Er lag mit geschlossenen Augen und gab keinen Laut mehr von sich.
Dann wurde es dunkel um Nikolas.
Als  wieder aufwacht sah er einen großen weißen Raum und im Nachbarbett lag Paul der ihn nachdenklich anschaute.
„Warum hast du uns das nicht alles früher erzählt“, fragte Paul, der inzwischen wie alle Dorfbewohner von dem schrecklichen Schicksal des kleinen Nikolas und seinen Eltern erfahren hatte.
Nikolas erklärte ihm, dass seine Eltern immer wieder gesagt hätten, dass man mit seiner Trauer alleine fertig werden müsse. Er wollte doch sein gegebenes Versprechen nicht brechen
und so hatte er geschwiegen. Es hätte doch nichts gebracht und Freundschaft wollte er nicht haben nur um des Mitleides willen.
Als Nikolas entlassen wurde erklärte ihn der Bürgermeister zum Helden des Dorfes.
Er bekam eine Medaille und Urkunden. Die Leute klatschten begeistert und das große rote Feuerwehrauto gab einmal richtig laut Alarm. Er fuhr eine große Ehrenrunde in dem Krankenwagen.
Etwas will ich Euch zum Schluss noch verraten, Nikolas wurde so später zusammen mit Paul ein richtiger Feuerwehrmann und jedes Jahr an Halloween passen die beiden auf, dass Kinder vernünftig mit den großen Kürbisköpfen und den Kerzen umgehen.

Urheberrecht Celine Rosenkind




Nickname 26.10.2009, 14.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das beleidigte Pausenbrot



Das beleidigte Pausenbrot
Paul war begeistert von seinem bunten Schulranzen.
Wie sehr hatte er sich genau diesen, zu seiner Einschulung gewünscht.
Immer wieder packte er ihn aus und ein.
Die herrlich gefüllte Federmappe mit all den bunten Stiften,hatte es ihm
besonders angetan. Wäre da nicht diese gelbe kleine Dose gewesen……
Darin solle er nun jeden Tag sein Frühstück mitnehmen, so hatte Mutter
es ihm erklärt.
Eine Brotdose also war das hässliche kleine Ding.
Hatte denn Mutter ganz vergessen, dass direkt neben der Schule dieser kleine
bunte Kiosk stand? Hier konnte man sich die herrlichsten Naschereien kaufen.
Wozu da noch Pausenbrot mitnehmen, murmelte er vor sich hin.
Lustlos sah er zu, wie Mutter ihm seine Lieblingswurst auf das Schulbrot strich.
Sie packte noch eine halbe frische Paprikaschote ein, und nickte zufrieden mit dem Kopf.
Wenn die wüsste, dachte Paul, setze sich seinen Ranzen auf den Rücken und machte sich
auf den Schulweg.
Als er sich dem kleinen Kiosk näherte, sah er eine Schlange Gleichgesinnter geduldig warten.
Wie gut, dass er sein Sparschwein erleichtert hatte, dachte er und stellte sich hinten an.
Was da alles über die Theke ging. Esspapier, Kaugummi, Cola und Kindermilchschnitten.
Soweit er es überschauen konnte, Leckereien ohne Ende.
Endlich war er an der Reihe und es fiel ihm schwer sich zu entscheiden.
Krampfhaft hielt er seine 2 Euro in der Hand, als die alte Dame ihn lächelnd fragte,
ob er denn kein Pausenbrot mitbekommen habe. „Oh, nein“, stotterte Paul und wurde puterrot,
denn das Lügen war er eigentlich nicht gewohnt.
All die herrlichen Dinge, die er für sein Geld bekam, ließen ihn schnell sein schlechtes Gewissen vergessen.
Als die Schulglocke zur Pause rief, lernte er recht schnell, wie man sein Schulbrot entsorgte!
Oh je, wie sah der Schulhof nach der großen Pause aus.
Da lagen sie im Sand, achtlos weggeworfen, die angebissenen Butterbrote.
Als der Mond durch die Wolken lugte, hörte er ein jämmerliches Weinen. Mitten auf dem
Schulhof lag, eines jener angeknabberten Pausenbrote, das ein Kind achtlos weggeworfen hatte. Der Hausmeister musste es wohl beim Reinigen des Hofes vergessen haben.
„So eine große Gemeinheit“, schimpfte es, „ bin ich etwa nicht gut genug?“
Dann stand es entschlossen auf und lief davon. Es rannte durch die Straßen der kleinen Stadt,
bis es zu einem Bäckerladen kam.
Dort schlüpfte es durch ein offenes Fenster in die Backstube, wo die geformten Brötchen und Brote darauf warteten, in den Backofen geschoben zu werden.
„Wozu wollt ihr euch backen lassen?“ Soll es euch auch so ergehen wie mir und meinen Freunden? Achtlos werfen die Kinder uns auf dem Schulhof in den Staub!“
Als die Brote das hörten, liefen sie allesamt aus dem Bäckerladen.
Am nächsten Morgen gab es in der ganzen Stadt kein Brot, und auch am nächsten und übernächsten Tag nicht. Die unfertigen Brötchen und Brote liefen den Bäckern immer wieder
vom Backblech davon – und keiner wusste, wohin.
Nun wurden die Menschen sehr nachdenklich, sie vermissten das Brot so sehr und dachten darüber nach, wie sorglos sie bisher damit umgegangen waren.
Die morgendliche Warteschlange vor dem kleinen Kiosk war mittlerweile verschwunden.
„Ach“, seufzten die Kinder, „wäre das schön, jetzt ein deftiges Pausenbrot in der Brotdose zu haben!“
Nach ungefähr einer Woche hörten die Brote auf, wegzulaufen, sie ließen sich wieder backen
wie zuvor.
Von nun an wurde kein Pausenbrot mehr auf dem Schulhof gefunden.
Wenn ein Kind ein Stückchen Brot wegwerfen wollte, brauchte nur einer zu sagen:
Denk zurück an die brotlose Zeit. Soll es uns noch einmal so ergehen wie damals?“
Die Erinnerung daran hat sofort ihre Wirkung gezeigt.

Auch Kioskbesitzerin stellte ihr Verkaufsprogramm total um.
Hier gab es nur noch Brötchen und frisches Obst zu kaufen, Milch und im Sommer natürlich Eis für den Nachhauseweg.

Urheberrecht Celine Rosenkind

Nickname 18.08.2009, 19.09 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Buchstabenhexe





Die Buchstabenhexe

Im Wald in einem schiefen Häuschen,
wohnt eine Hexe mit Rabe und Mäuschen.
Sie sammelt nicht Kräuter, Kröten und Stein
nein bei ihr da müssen es Buchstaben sein

Die sammelt sie fleißig in allen Größen
ja Kinder, sie kann sogar schreiben und lesen!
Sie ist recht gebildet sehr klug und auch fein,
nur denkt sie die Buchstaben gehören ihr allein.

Dass dies nicht lange so geht, könnt ihr euch denken,
es war viel zu eng in den Kisten und Schränken.
So klagt sie dem Raben und auch den Mäuschen;
"es wird für uns zu eng in dem kleinen Häuschen."

Der Rabe der krächzt: "Lass die Buchstaben laufen,
sie gehören in Bücher und die kann man dann kaufen.
Als Reime und Märchen, Lieder und Geschichten
zum Lernen für Alle , zum Schreiben und Dichten!"

Das sieht die Buchstabenhexe wirklich ein,
und schickt die gefangenen Buchstaben heim.
Nun könnt ihr sie lernen von dem A bis zum Z,
sagt Kinder ist die Buchstabenhexe nicht nett?

Urheberrecht Celine Rosenkind


 

Nickname 12.08.2009, 16.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Zuckertütenzeit




Zuckertütenzeit

Kinder hei es ist soweit,
packt eifrig Eure Ranzen,
denn es ist Zuckertütenzeit,
Buchstaben und Zahlen tanzen.

Die Bilderbücher sind nun out
denn bald schon könnt Ihr lesen,
die Schulglocke übt bimmeln laut,
fragt  wo ihr so lang gewesen.

Die Zahlen tanzen ringelrein,
die Buchstaben sie springen,
vorbei die Zeit wo ihr zu klein
im Schulchor mitzusingen.

Ich wünsche euch eine tolle Zeit
denn lernen das macht Freude,
sperrt Aug und Ohren auf ganz weit,
gar groß wird sein die Beute.

Was in der Zuckertüte sei,
nein, das wird nicht verraten!
Es ist bestimmt etwas dabei,
was man so braucht zum starten.

Urheberrecht Celine Rosenkind

         

Nickname 12.08.2009, 16.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Der Hirte mit dem goldenen Herzen



Der Hirte mit dem goldenen Herzen

Es war einmal ein junger Ziegenhirte.
Sein Zuhause war eine einsame Alm tief im Gebirge.
Hingebungsvoll und mit viel Liebe hütete er seine kleine Herde.
Arm war er und hatte keine Eltern mehr; aber der Herrgott hatte
ihm in seine Armut ein gutes Herz, ein paar blanke Augen und
einen hellen Verstand gegeben.
Menschen sah der junge Hirte in seiner Einsamkeit nur selten; dann und wann kam einmal ein Fremder, dessen Weg über die grünen Bergwiesen führte, angelockt durch des jungen Hirten liebliches Flötenspiel vorbei. Aber jeder, der mit dem hübschen blauäugigen Jüngling ins Gespräch kam, mochte ihn gerne und wunderte sich über die Worte voll Güte, Weisheit und Verstand, die aus seinem Munde kamen.
So blieb es auch nicht aus, dass man bald weit und breit von dem gütigen und klugen Hirtenknaben im Gebirge sprach. Ein goldenes Herz habe er, so wurde gemunkelt.
Nun war es vorbei mit seiner Ruhe denn viele Ratsuchende machten sich auf den Weg zu ihm.
Für jeden hatte dieser ein offenes Ohr und Herz.
Auch konnte er allen Kummer und auch das Leid verstehen. Unermüdlich erteilte er Ratschläge aber vergaß niemals darüber, seine Ziegen zu versorgen. Nur etwas war ihm zuwider. Es machte ihn traurig, wenn jemand meinte, ihm Taler schuldig zu sein.
Er verlangte lediglich als Dank, das Versprechen, so zu handeln, wie er es dem Hilfesuchenden angedeihen ließ.
Auch die Königin des Landes hörte von ihm.
Eines Tages erschien ihr Bote bei dem Jüngling mit der Bitte, sogleich zu ihr zu kommen.
„Ich will es gerne tun!“ entgegnete dieser bereitwillig, wenn du solange hier bleibst und für meine Ziegen sorgst, bis ich zurückkehre.“
Damit der Wunsch seiner Königin alsbald erfüllt würde, blieb der Bote bei der Herde, und der Hirte machte sich auf den Weg.
Am nächsten Tag hatte er ihr Schloss erreicht und trat sittsam und bescheiden, aber ohne Furcht vor die hohe Frau.
„Sei gegrüßt, Hirte mit dem goldenen Herzen,“ sprach die Königin und ihr Blick ruhte mit Wohlgefallen auf dem hübschen Jüngling. „Viel schon hörte ich von dir, nun beweise es mir, ob die Menschen recht haben ; denn alle die dich besuchten, rühmen dein goldenes Herz und deinen Verstand. Heute möchte ich dich nun selbst um Rat fragen. Ich habe Tage und Nächte nachgedacht, doch weiß ich keine Antwort.“
Bei diesen Worten zog sie ein kleines goldenes Kästchen aus ihrem Gewande, öffnete es und zeigte seinen Inhalt dem staunenden Hirten.
Es beherbergte drei Edelsteine in den Farben grün, rot und blau.
„Siehe“, fuhr die Königin fort, diese Edelsteine schickte mir meine Patin, die liebe Fee Stine, damit ich von den dreien mir einen auserwähle.
Jeder Stein besitzt eine wundersame Kraft, die dem zuteil wird, der ihn trägt. Nun sage du mir, welcher wohl der wertvollste sein mag. Welchen davon soll ich behalten?“
Der Hirte nahm zuerst den grünen Stein aus dem Kästchen, betrachtete ihn nachdenklich und sprach: „Es ist ein Smaragd, das Sinnbild für Hoffnung, und es gibt dem, der ihn trägt, die süße Hoffnung im Herzen. Sicher, nichts kann süßer sein als die Hoffnung! Doch der wertvollste dieser Steine ist er nicht Frau Königin –denn die Hoffnung stirbt in der Erfüllung!“
„Wer sagt dir das?“ fragte verwundert die Königin.
„Dies sagte mir die Kirschblüte, die sich im Frühjahr voller Hoffnung erschloss, und die starb, als sie zur Frucht sich bildete“, antwortete der Jüngling.
Er legte den Smaragd in das Goldkästchen zurück und nahm den roten Stein in seine Hand. Auch diesen betrachtete er eine Weile, dann sprach er: „Es ist ein Rubin und schenkt dem, der ihn trägt, die Liebe ins Herz. Was ist seliger als die Liebe? Und doch, Frau Königin, dieser Stein ist der wertvollste nicht, denn die Liebe stirbt oft im Leid!“
„Wer sagte dir das?“ fragte wieder erstaunt die Königin.
„Das sagte mir die stolze Rose, die im Sommer voller Schönheit blühte, und die der Sturm gebrochen“, antwortete der Jüngling und legte den Rubin in das Kästchen zurück.
Nun nahm er den blauen Edelstein in die Hand und auch diesen prüfte er lange und nachdenklich. Dann sprach er: „Es ist ein Saphir, das Sinnbild der Treue, und schenkt dem, der ihn trägt, die kostbare Treue ins Herz. Süß ist die Hoffnung; selig ist die Liebe! Aber kostbarer als beide ist die Treue, denn sie ist ewig!
Darum rate ich dir, diesen Stein zu wählen, er ist der rechte!“
„Wer sagte dir das?“ fragte aufs höchste erstaunt die Königin.
„Das sagte mir der Abendstern, der in unveränderter Klarheit jeden Abend über meiner kleinen Hütte steht.“ erwiderte der Jüngling.
Die Königin spürte in ihrem Herzen eine tiefe Zuneigung zu diesem einfachen Hirten. Sie war tief gerührt von der Weisheit seiner Worte.
„Ich wähle den blauen Stein und werde ihn immer tragen, damit mir seine Wunderkraft zu eigen werde“, sprach sie. Dich aber Jüngling, will ich fürstlich belohnen. Bleibe bei mir und führe fortan das Leben eines Edelmannes.
„Meine Freiheit und meine Tiere sind mein höchstes Gut!“ erwiderte da der Hirte, deshalb erbitte ich als Lohn, lasst mich zurückkehren zu meiner Wiese, meinen Ziegen und der kleinen Hütte.
So geschah es dann auch, und wenn man ganz still ist, kann man ihn spielen hören auf seiner Flöte, den Hirten mit dem goldenen Herzen….

© Celine Rosenkind



Nickname 20.07.2009, 16.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Im Zwergenland


Im Zwergenland

Heute war ich im Zwergenland
dort sind wie allgemein bekannt,
die höchsten Berge Kieselsteine
zu groß für Zwergleins kurze Beine!

Ein See gleicht einem Fingerhut,
Holzbrettchen klein ein Bauerngut.
Die Zerglein die ich sehr verehre,
sie schlafen in der Roggenähre.

Und decken sich mit Mohnblatt zu,
im Zwergenland herrscht stete Ruh.
Man tut sich nicht bekriegen,
will Harmonie und Frieden!

Ich kehre bald dorthin zurück,
du brauchst nur eine Tüte Glück,
dann darfst du mit mir gehen,
kannst alles selber sehen !

© Celine Rosenkind




Nickname 19.07.2009, 17.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Mein Freund Zipfelwutsch


Mein Freund Zipfelwutsch

Könnt ihr ahnen, wo ich zum Essen gewesen?
Bei Zipfelwutsch, meinem Zwerglein im Wald.
Die Speisekarte so reichlich, vom Feinsten erlesen,
die Getränke fruchtig frisch, lecker und kalt.

Ich hab mich für Hirschkäferkeule entschieden
überm Feuer gebraten, am Fichtennadelspieß.
Mein Magen knurrte und war nicht zufrieden,
trotz Haselnussklößchen und Butterpilzgemüs.

Am Honigwein nippte ganz ich zum Schluss,
aus Eichelnäpfchen so winzig und klein
doch erkannte ich nicht so recht den Genuss,
die Becherchen waren halt wirklich zu klein.

Als es dunkelte, eine kleine Hand mich berührte
und begleitete mich in das Zwergengemach;
mein Freund Zipfelwutsch zum Tanz mich führte
ich stieß mir den Kopf dort am niedrigen Dach.

Im Orchester spielten Grillen auf kleinen Geigen,
Walzer und Polka, nichts schien ihnen zu schwer.
Wir tanzten gemeinsam fröhliche Reigen
was dann passierte, erschreckte mich sehr !

Auf eins seiner kleinen Füßchen war ich getreten,
könnt ihr ahnen, wie er sich vor Schmerz hat gekrümmt ?
Nun werde ich wohl niemals mehr zum Feiern gebeten,
hab Hoffnung jedoch, dass die Freundschaft gewinnt.

Im Zauberwald hör ich ein leises Flüstern
dort wohnen Elfen, Feen Zwergen mit Geschwistern.
Ich hoffe, dass Freund Zipfelwutsch mir wird vergeben,
weil unter Freunden ist`s ein Muss – über alles zu reden!!!

Urheberrecht Celine Rosenkind



Nickname 19.07.2009, 16.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Mein Zauberwald




Mein Zauberwald

Komm mit mir in den Zauberwald
wo wunderschön Musik erschallt,
dort man sich keine Sorgen macht,
man ist nur glücklich tanzt und lacht.
Komm reich mir einfach deine Hand,
denn er ist schön mein Zauberwald!

Ein Pilzhut dient uns hier als Tisch,
drauf breiten wir ein Decklein frisch.
An Beeren auf Sauerampferblatt,
da essen wir uns richtig satt.
Und als Getränk tut richtig gut,
Honig serviert in Eichelhut!

Auch Musikanten warten schon,
die Grille zirpt den ersten Ton,
alle stimmen fröhlich ein
dieses Konzert gilt uns allein!
Wir tanzen, wirbeln durch die Luft
atmen den süßen Blumenduft.

Glaub es erwartet uns viel Spaß,
wir springen barfuß durch das Gras.
Die Grashalme sie wippen kaum,
den wir sind leicht wie Gänseflaum.
Haben wir uns dann ausgetobt
werden die Gastgeber von uns gelobt!
Der Weg nach Hause fällt gewiss schwer
doch was soll`s, wir kommen ja bald wieder her!

© Celine Rosenkind



Nickname 19.07.2009, 16.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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Nicht nur

nach Kalendertagen

planen,lachen,

lieben,scherzen,

lasse dich

durchs Leben tragen,

mit Datenspeicherung

im Herzen

© Celine Rosenkind



Glückmomente sammle ich

lebe gut von ihren Zinsen
beutelt dann das Böse mich
reichen diese um zu grinsen 

© Celine Rosenkind








Ganz privat erlebt man mich :





Gefühle muss man sorgsam hegen

mit Liebe wie mit Ehrlichkeit
es ist ein gar aufwendiges Pflegen
doch sicher ist´s es lohnt die Zeit

©Celine Rosenkind






Ist der Himmel grau
und trübe

glaub mir nur
die Sonne scheint

vom Strahlen ist sie
manchmal müde

wie auch ein Mensch
der einmal weint

© Celine Rosenkind


Online seit dem: 30.06.2009
in Tagen: 434